Gutachtenserstattung

Bei der Gutachtensanfertigung sind die folgenden Punkte regelmässig ein Thema:

  • schriftlich oder mündlich zu Handen des Protokolls
  • Begründungspflicht
    • für Überprüfung der Schlussfolgerungen durch das Gericht
  • Säumnisfolgen
    • Pflichtverletzung
      • Ordnungsbusse
      • Als ultima ratio: Auftragsentzug
      • Honorarzahlung: nach Leistungsstand und Drittverwendbarkeit
    • Schadenersatz
      • Staatshaftung

Gutachtensaufbau

Jeder Sachverständige pflegt eine eigene Disposition wie er die relevanten Grundlagen und Folgerungen seiner Arbeit in Gutachtensform aufbereitet. Beim Aufbau sollen folgende Kriterien den Sachverständigen leiten:

  • Transparenz
  • Gutachterliche Frage- und Problemstellung
  • Übersichtlichkeit
  • Einfachheit
  • Klarheit
  • Logik
  • Verständlichkeit des Gutachtens aus sich selbst heraus.
Detailaufbau

Titelblatt

  • Sachverständiger
  • Auftraggeber
  • Hilfskräfte von Bedeutung
  • Prozessnummer
  • Datum
Einleitung
Gutachterfragen

Verwendete Tatsachen

  • Anknüpfungstatsachen
  • Befunde

Verwendete Dokumente

  • Akten (Aktenstand)
  • Augenscheine
  • Auskünfte

Arbeits-/Untersuchungsmethoden sowie Hilfsmittel

aus Gründen

  • Nachvollziehbarkeit
  • Vollständigkeit (Maxime: „nicht genanntes galt als nicht bekannt“)
  • Beweiswertes des Gutachtens
  • Verwertbarkeit
Wiedergabe Befundtatsachen

Hauptteil

  • Abhandlung der zentralen gutachterlichen Fragen
  • nachvollziehbar
    • Gedankengänge des Sachverständnis sind wiederzugeben
  • nach bestem Wissen und Gewissen
  • vollständig
  • verständlich begründet und
  • mit seinen Schlussfolgerungen versehen
Zusammenfassung / Ergebnis
Erklärung, wonach der Sachverständige seine Pflicht zu Fairness, zu unparteiischer Beurteilung und zu Handeln nach bestem Wissen und Gewissen stets beachtet habe
Ort, Datum und Unterschrift

Gutachtensinhalt

Das Sachverständigengutachten enthält – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – folgende Elemente:

Sachverständigengutachten
[als Gerichtsgutachten]
Feststellung Sachverhalt seitens der Parteien
Tatsachenfeststellung des Experten aufgrund seiner Sachkunde
Mitteilung der einschlägigen Erfahrungssätzen zum Fachgebiet
Beurteilung der Tatsachen durch den Experten aufgrund seines eigenen Fachwissens und der daraus fliessenden Erfahrungssätze
Konklusion
ev. Vorgehensempfehlung

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